Der Ironman-Sport in Südafrika bereitet sich auf einen bedeutenden Wandel vor. Nach fast 20 Jahren wird die jährliche Langdistanz-Veranstaltung nicht länger in Port Elizabeth stattfinden. Stattdessen zieht das Rennen im kommenden Jahr in die historisch geprägte Küstenstadt Mossel Bay um, wo das Ironman South Africa Mossel Bay African Championship am 18. April 2027 seine Premiere feiert. Mit dieser Neuausrichtung beginnt eine neue Ära für den Triathlon in der Region.
Port Elizabeth: Eine langjährige Tradition endet
Seit dem Jahr 2005 war Port Elizabeth ständiger Austragungsort des Ironman South Africa, zuerst als Mitteldistanz und später als Langdistanz. Die Stadt, mittlerweile offiziell Gqeberha genannt, beherbergte das Event über zwei Jahrzehnte hinweg, jedes Jahr im März oder April. Nun, mit der Verlegung nach Mossel Bay, endet eine der ältesten und traditionsreichsten Ironman-Veranstaltungen Afrikas. Gqeberha bleibt dennoch im Rennkalender vertreten, da die 70.3-Distanz dort am 31. Januar 2027 unter einem neuen Namen weitergeht.
Port Elizabeth wird 2002 erstmals nicht als Gastgeber des Langdistanz-Rennens dienen. Mossel Bay, die ebenfalls Teil der Metropolregion Nelson Mandela Bay ist und rund 1,2 Millionen Einwohner zählt, wird nun die historische Bürde des Ironman-Events in Südafrika übernehmen.
Die 70.3-Distanz bleibt jedoch in der Region. Sie wird am 31. Januar 2027 erstmals unter dem Namen Ironman 70.3 Nelson Mandela Bay African Championship ausgetragen. Dieses Event setzt den Auftakt für die südafrikanischen Ironman-Veranstaltungen 2027. Es wird von weiteren Wettbewerben begleitet, darunter das Ironman 70.3 in Durban am 6. Juni 2027, das als Abschluss der Saison geplant ist.
Mossel Bay hat eine reiche historische Vergangenheit. Schon 1488 erreichte der portugiesische Seefahrer Bartolomeu Dias die Gegend, bei der die erste dokumentierte Begegnung zwischen Europäern und der südwestafrikanischen Küste stattfand. Zunächst nannte Dias die Bucht „Angra dos Vaqueiros“, eine Bezeichnung, die später durch verschiedene Seefahrer ersetzt wurde. Bis ins 17. Jahrhundert hinein wurde schließlich „Mosselbaai“ als fester Name festgelegt, benannt nach den reichen Muschel- und Austernvorkommen entlang der Küste.
Mossel Bay spielte bis ins 19. Jahrhundert hinein eine Rolle in der Walfangindustrie und wurde ab den 1980er-Jahren von der Offshore-Öl- und Gasförderung geprägt. Heute ist die Region hauptsächlich bekannt als das Tor zur Garden Route, ein beliebter Touristenort an der Schnittstelle von Natur, Tourismus und Geschichte.
Mit der Verlegung des Langdistanz-Rennens nach Mossel Bay wird 2027 ein erweitertes Rennspektrum in Südafrika geboten. Neben dem Ironman 226 Kilometer in Mossel Bay werden zwei weitere 70.3-Events in Nelson Mandela Bay und Durban stattfinden. Die kulturelle Vielfalt, die geografische Breite sowie die reiche Geschichte Südafrikas werden künftig durch diese Events noch stärker in den Mittelpunkt gestellt. Athleten und Zuschauer können sich auf eine abwechslungsreiche und inspirierende Rennsaison freuen.

